„raumpiraten“ statten dem Schlosspark einen Besuch ab

Wer am Sonntagvormittag (25.04.21) einen Spaziergang durch den ergrünenden Schlosspark gemacht hat, dem sind möglicherweise zwei rote kantige Gebilde auf dem Weg zwischen Schloss und Orangerie aufgefallen. Wie überdimensionierte kauernde Körper lagen sie für kurze Zeit dort – die raumpiraten der Bochumer Künstlerin Dorothee Bielfeld.

Die Künstlerin bezeichnet dieses im Rahmen eines Landesstipendiums entstandene mobile, zweiteiliges Kunstprojekt als Kommunikations-Skulptur, die Anlass und Raum für Aufenthalt und Austausch bietet. Auf ihr kann man sitzen, balancieren und klettern. Die beiden raumpiraten können sich in verschiedensten Anordnungen zueinander und zum Raum positionieren. Sie können so ganz unter­schiedliche Räume einnehmen und bespielen.

Die raumpiraten haben am Sonntag nur kurz den Schlosspark geentert, quasi zu einer Art Raumanalyse. Denn Dorothee Bielfeld geht es mit ihrer Arbeit darum, die Beziehung der raumpiraten zu unterschiedlichen städtischen Räumen zu untersuchen. Und nach der Ruhr-Universität in Bochum haben die raumpiraten am vergangenen Sonntag in Abstimmung mit der Stadt Herten den Schlosspark bereist. Damit hat die Künstlerin auch ihre Beziehung zu Herten aufgefrischt, denn mit ihrer zweiteiligen Skulptur bodenflügel auf dem Otto-Wels-Platz hat sie im Jahr 2005 ihren Beitrag zur Kunst im öffentlichen Raum in Herten geleistet.

Wenn es die Corona geprägten Bedingungen wieder erlauben, will die Künstlerin die raumpiraten für mehrere Tage der Öffentlichkeit anvertrauen – vielleicht ja dann bei einem zweiten Besuch wieder in Herten.

„raumpiraten“ vor dem Schloss Herten
Fotos: Wolfgang Seidel