Non Violence – der Bericht

von Rainer Lange

Erstmalig hatte die Initiative STADT.KUNST für den 28. August zu einem KUNST.SPAZIERGANG außerhalb Hertens eingeladen. Das Ziel war die Nachbarstadt Marl.
Im Mittelpunkt sollte die Besichtigung der neu installierten spektakulären Skulptur „Non Violence“ von Carl Fredrick Reuterswärd sowie die dazu gehörige Ausstellung im Rathaus Marl stehen. Danach war ein Rundgang zu den zahlreichen Werken rund um den City-See und weiter über den alten Friedhof zurück zum Ausgangspunkt geplant.Die Führung übernahm dankenswerterweise Georg Elben, Leiter des Skulpturenmuseums Glaskasten. Nach einer kurzen Einführung und gegenseitigem Kennenlernen führte Georg Elben die sehr interessierte Gruppe zunächst in die Sonderausstellung im Rathaus, in der eine Auswahl aus dem Werk von Carl Frederik Reuterswärd zu sehen ist. Anhand der Exponate, die der Künstler der Stadt und dem Museum geschenkt hat, berichtete Georg Elben sehr anschaulich und mit spannendem Detailwissen über das Schaffen des schwedischen Künstlers. So konnte Georg Elben berichten, dass nach einem Schlaganfall 1989 die rechte Hand des Künstlers gelähmt war und er auf links „umschulte“.
Nach dieser Einführung ging es dann hinaus in einen wunderschönen Spätsommerabend auf den Creiler Platz, auf dem kürzlich die Skulptur eines Revolvers mit doppelt verknotetem Lauf, die den Namen „Non Violence“ trägt, installiert wurde. Inspiriert zu dieser Idee wurde Reuterswärd durch den gewaltsamen Tod seines Freundes John Lennon.
Beim Gang um den City-See konnte dann eine Vielzahl von Werken aus dem Außenbestand des Glaskastens besichtigt werden. Diese reichen von den schwimmenden Skulpturen im See über die bunten Kühe auf der Insel bis zu der beeindruckenden Quadrat-Rahmenkonstruktion von Alf Lechner oder der Orpheus-Bronzestatur von Ossip Zadkine. An dieser Skulptur zeigte Georg Elben auf, dass für eine eigentlich erforderliche Erhaltungsmaßnahme leider jegliche Finanzmittel fehlen.
Von beeindruckender Quantität und Qualität sind auch die Werke, die abschließend beim Rundgang über den alten Brasserter Friedhof vorgestellt wurden. Von der 18 Meter hohen Gedenkstätte „Die Verteilung der Saat – Die Kollekte der Asche“ von Jochen Gerz bis zu Ian Hamilton-Finlays Guillotinen-Staffel, die bereits vor 25 Jahren bei der Documenta 8 für Aufsehen sorgte, reicht hier das Spektrum des Skulpturenparks.
Nach etwa zwei Stunden endete dann die sehr lehrreiche und zugleich spannende Führung wieder vor dem Glaskasten mit einem großen Dankeschön an Georg Elben.

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