STADT.KUNST besucht Skulptur Projekte Münster

35 neue künstlerische Positionen umfassen die Skulptur Projekte Münster 2017; sie verteilen sich über nahezu das gesamte Stadtgebiet, vom Aasee bis zum Hafen, vom der ehemaligen Eissporthalle bis zum Pumpenhaus am Fernmeldeturm.

Für die rd. 30 Kunstinteressierten aus Herten, die auf Einladung des Kulturbüros und der Initiative STADT.KUNST am Samstag, den 8. Juli in zwei geführten Touren der Kunst in Münster auf der Spur waren, blieb in den zwei Stunden zu Fuß der Innenstadtbereich rund um das LWL-Museum für Kunst und Kulturgeschichte vorbehalten. Aber der hatte es mit einer kompakten Präsentation von ganz unterschiedlichen Arbeiten künstlerisch in sich (siehe auch Bildergalerie am Ende):

So etwa die großformatigen Fotos von Koki Tanaka im Hof hinter der Johannesstr. 18/20 und seine Videoinstallationen und Objekte im Keller des Gebäudes – unter dem Titel „Wie zusammen leben und das Unbekannte teilen“; dann die assoziative „Sculpture“ von Peles Empire (Barbara Wolff und Katharina Stöver) auf dem als Parkplatz umfunktionierten Ägidiikirchplatz, die an Verfall und Wiederaufbau erinnert und so u.a. auch den Bezug zur Historie von Münster mit dem rekonstruierten Prinzipalmarkt herstellt. Vor dem LWL-Museum irritiert die Konzeptarbeit „Benz Bonin Burr“, bei der ein auf dem Vorplatz parkender Tieflader mit einer großformatigen Blackbox – unmittelbar vor einer Skulptur von Henry Moore – einen potentiellen Ladevorgang imaginiert und damit „Präsenz und Absenz, Einschluss und Ausschluss“ assoziiert.

Aber auch frühere Arbeiten der Skulptur Projekte, die in Münster verblieben sind, schloss der Rundgang ein, so etwa die „Kirschensäule“ von Thomas Schütte (1987) oder den „Study Garden“ von Siah Armanjani (1987). Und auch zwei der mit dem Skulpturenmuseum Glaskasten  in Marl für diese Ausstellung getauschte Arbeiten ließen sich entdecken: Olle Baertlings „YZI“, gleich im Foyer des LWL-Museums, und gegenüber am Eingang zum Ägidiiplatz die „Angst“ von Ludger Gerdes.

Dass diesmal auch ein Schwerpunkt auf Arbeiten in öffentlichen Räumen liegt, konnten die Teilnehmer zum Abschluss der Führung erfahren bei den Videoinstallationen von Gerard Byrne „In Our Time“ in der Stadtbücherei und „Bye Bye Deutschland“ von Benjamin de Burca und Barbara Wagner in der Elephant Lounge.

Es war ein informativer und unterhaltsamer Rundgang, der angeregt hat zu weiteren Entdeckungen der Kunst der diesjährigen Skulptur Projekte.

Bildergalerie Fotos W. Seidel: